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	<title>Ein Stück harte Erde Archive - Ursula Blatti</title>
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	<title>Ein Stück harte Erde Archive - Ursula Blatti</title>
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		<title>Spannungsbögen aushalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2025 15:30:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ein Stück harte Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Nebel des Wartens Letzthin habe ich eine Predigt zu diesem Thema gehalten. Entsprechend hat mich dieses Thema in den letzten Wochen und Monaten begleitet. Ein paar Gedanken daraus möchte ich auch hier teilen. Wenn du dir die Predigt anhören möchtest, findest du sie noch auf Spotify. Bestimmt kennst auch du Zeiten, in denen du...</p>
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<h2 class="kt-adv-heading1_99ce59-ab wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1_99ce59-ab">Inhalt</h2>


</div></div>

</div></div>


<h2 class="wp-block-heading">Im Nebel des Wartens</h2>



<p>Letzthin habe ich eine Predigt zu diesem Thema gehalten. Entsprechend hat mich dieses Thema in den letzten Wochen und Monaten begleitet. Ein paar Gedanken daraus möchte ich auch hier teilen. Wenn du dir die Predigt anhören möchtest, findest du sie noch auf <a href="https://creators.spotify.com/pod/show/fmgoberwil/episodes/Im-Nebel-des-Wartens-Spannungsbgen-aushalten--Ursula-B--16-02-2025-e2uuh3u/a-abpjpuc">Spotify</a>.</p>



<p>Bestimmt kennst auch du Zeiten, in denen du unter grosser Spannung gestanden bist. Leidvolle Zeiten. Zeiten, in denen dichter Nebel die Sicht auf das ganze Bild versperrt hat. Zeiten, in denen du gedacht hast: Wann hat dies endlich ein Ende? Wann greift Gott endlich ein? Oder vielleicht trägst du in deinem Umfeld schwere Schicksalsschläge mit. Bist herausgefordert, Menschen zu begegnen, die in einem schwer aushaltbaren Spannungsbogen stehen.</p>



<p>Ich denke, wir alle begegnen in unserem Leben immer wieder Situationen, in denen wir gefordert sind, Spannungsbögen auszuhalten – sei es im eigenen Leben oder im Anteil nehmen am Ergehen von Mitmenschen. Das können Krankheitszeiten sein. Der Verlust von lieben Menschen. Hoffnungen, die sich nicht erfüllen. Verschiedenste persönliche Krisen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Spannungsbögen in der Bibel</h3>



<p>In der Bibel finden wir viele Geschichten von so Spannungsbögen. Josef zum Beispiel erlebte einen sehr langen Spannungsbogen, den er aushalten musste, bis sich seine von Gott geschenkten Visionen erfüllten. Er musste viele Jahre sehr viel ertragen, bis das ganze Bild von Gottes Plan sichtbar wurde.</p>



<p>Oder Abraham und Sara. Sie litten an ihrer Kinderlosigkeit. Im hohen Alter, als ihr Haltbarkeitsdatum eigentlich schon abgelaufen war, schrieb Gott Geschichte mit ihnen. Und Hiob war mit grausamen Schicksalsschlägen konfrontiert. Er verstand Gott nicht mehr, haderte und klagte. Und Gott mutete ihm einfach zu, diese Zeit auszuhalten. Inklusive Gottes Schweigen zu ertragen.</p>



<p>Ich weiss nicht, wie es dir geht. Aber ich bin im Aushalten nicht besonders gut. Ich möchte gerne schon wissen, wie etwas rauskommt. Ich möchte einen Ausweg finden. Eine Lösung. Ich möchte Leid von lieben Mitmenschen aufheben oder zumindest lindern. Aussteigen aus dem Spannungsbogen.</p>



<p>Doch so ist das Leben oft nicht. Spannungsbögen gehören dazu. Und müssen oft auch ausgehalten werden. Es gibt keine Abkürzungen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Abkürzungsfallen</h3>



<p>Spannend, wie wir Menschen trotzdem immer wieder versuchen, Abkürzungen zu nehmen. Hier ein paar Fallen, in die wir schnell mal tappen:</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Erklärung suchen</strong></h5>



<p>Für alles suchen wir eine Erklärung. Einen Grund, wieso etwas so ist. «Du hast gesündigt» oder «vielleicht ist es ganz gut, dass er gestorben ist, weil er damit bewahrt wird vor…» oder «Ich werde nicht schwanger, weil ich vielleicht eh nicht mit einem Kind umgehen könnte.». Doch wird das Leid wirklich erträglicher, wenn wir eine Erklärung haben? Ist es nicht eher eine Flucht vor erdrückenden Gefühlen?</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wer ist Schuld?</strong></h5>



<p>Die Menschheit sucht immer nach einem Schuldigen. Stürzt ein Flugzeug ab, kommt die Frage: Wer ist schuld? Ein Familienzerwürfnis: Wer ist schuld? Und bei Naturkatastrophen ist schnell mal auch Gott schuld. Doch Schuldzuweisungen bringen Verstorbene nicht zurück. Ändern nichts am Leid der Betroffenen. Sie sind höchstens der Versuch, einen Empfänger für die eigene Wut und Auflehnung zu finden.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Lösungsvorschläge</strong></h5>



<p>Wir sind schnell dabei, Auswege zu überlegen: Menschen mit Krankheiten können ein Lied davon singen. Jeder hat noch einen Tipp, was helfen könnte. Oder bei unerfülltem Kinderwunsch: «Macht eine Weltreise und denkt an etwas anderes.» Das mag alles gut gemeint sein, doch es wird der Person in dieser Situation nicht gerecht. Ich hole sie damit nicht in ihrem Leiden ab. Sie fühlt sich kein bisschen verstanden. Die meisten suchen nicht eine Lösung, sondern Menschen, die ihnen in ihrem Schmerz begegnen. Doch mit unseren Lösungsvorschlägen versuchen wir die Situation und die schwierigen Gefühle (besonders bei uns selber) unter Kontrolle zu bringen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Schnell beheben</strong></h5>



<p>So versuchen wir, die leidvolle Situation möglichst schnell zu beheben, statt mit jemandem auszuhalten. Das kann auch über die fromme Schiene ablaufen. Schnell ein gutes Bibelwort zustecken, denn die Person muss doch jetzt nur den Fokus wechseln und genug auf Gott vertrauen. Oder: «Komm, ich bete für dich, dass das schnell weggeht…». Doch ist dahinter nicht einfach das Motiv versteckt, die schwierigen Gefühle möglichst schnell weg zu haben? Weil sie Hilflosigkeit und Überforderung auslösen?</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wie kann ein Spannungsbogen ausgehalten werden?</strong></h3>



<p>Spannungsbögen sind Realität. Menschen erleben Dinge im Leben, die sind schwer. Und das dürfen wir auch beim Namen nennen. Und aushalten. Mit den Betroffenen zusammen. Diese Spannungsbögen sind nicht einfach weg. Ausser Gott tut ein Wunder, was wir natürlich auch in Betracht ziehen dürfen. Wir dürfen immer mit dem direkten Eingreifen von Gott rechnen. Wunder sind absolut möglich! Wir dürfen darum bitten. Gott kann eingreifen und diesen Spannungsbogen abkürzen. Doch oft tut er es nicht. Und auch diese Variante müssen wir einbeziehen und dann auch aushalten.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Mit Gottes Eingreifen rechnen.</strong></h5>



<p>Damit rechnen, dass Gott am Werk ist, auch wenn ich es nicht sehe.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Gefühle zulassen</strong></h5>



<p>Das Zulassen von schwierigen Gefühlen (Wut, Trauer, Scham etc.) ermöglicht eine ehrliche Auseinandersetzung. Fördert den Zugang zu uns selber. Ermöglicht langfristig Akzeptanz und die Integration des Geschehenen. Das Zulassen von Gefühlen ist schlicht und einfach ehrlich. Und heilsam.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Klage</strong></h5>



<p>Klage darf sein. Auch gegenüber Gott. Sie bringt die Trauer und Enttäuschung zum Ausdruck über das, was wir nicht erhalten haben oder was uns genommen wurde. Ich teile meine Not mit Gott. So gebe ich ihm auch die Chance zu antworten, zu seiner Zeit. Auf seine Art. Er wird antworten.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Aushalten</strong></h5>



<p>Menschen in Spannungsbögen brauchen Mitmenschen, die mit ihnen aushalten. Auch die schwierigen Gefühle. Damit werden Menschen ernst genommen in dem, was sie erleben. Es entsteht eine Verbundenheit und die gibt Kraft. Das ist so ein wichtiger Punkt!<br>Sei einfach da für diese Menschen! Es braucht keine grossen Worte. Sei einfach offen für das, was sie erleben. Höre zu. Nimm Anteil.<br>Wenn du selber betroffen bist: Suche den Kontakt zu den Menschen, die das können. Das kann dir so viel Halt geben!</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Fragen</strong></h5>



<p>Fragen sind immer gut. Und ganz sicher besser, als dich aus Hilflosigkeit zurückzuziehen. Was brauchst du? Was hilft dir, diese Situation auszuhalten? Was tut dir jetzt gut?<br>Das kannst du übrigens auch dich selber fragen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Hoffnung nähren</strong></h5>



<p>Ich weiss nicht wann und wie sich der Bogen auflöst, aber er tut es. Entweder hier auf der Erde oder vielleicht auch erst im Himmel. Jeder Spannungsbogen findet sein Ende. Nach jedem Winter kommt der Frühling. Diese Hoffnung darf ich mir vor Augen malen. Daran festhalten. Mich darin ermutigen lassen und auch andere ermutigen. Diese Hoffnung hilft, kleine Schritte zu gehen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Uns bergen in Gott</strong></h5>



<p>Wir haben einen Gott, dem unser Leiden nicht egal ist. Ob wir es spüren oder nicht: Gott ist mit uns in diesem Spannungsbogen. Er hält mit uns aus. Aushalten ist seine Stärke. Wir dürfen loslassen und uns in ihm bergen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Die Zumutung annehmen</strong></h5>



<p>Gott mutet uns dieses Leid, diesen Bogen zu. Er sagt damit auch: «Ich traue dir zu, dass du daran nicht zerbrechen wirst.» Und Gott sagt: «Du bist stark, durch mich.» So dürfen wir Schritt für Schritt erleben, wie die Annahme des Leids zu einem neuen grossen Wunder in unserem Herzen wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gemeinsam die Hoffnung nähren</h3>



<p>In der Auseinandersetzung mit diesem Thema wurde mir besonders bewusst, wie sehr wir einander brauchen. Gerade in diesen Spannungsbögen. Und wie elementar es ist zu lernen, mit Menschen solche Zeiten auszuhalten. Und miteinander Gefühle von Trauer, Überforderung, Wut und Unverständnis zuzulassen. Aber auch gemeinsam die Hoffnung zu nähren.</p>



<p>In der Beratung arbeite ich sehr häufig mit Menschen, die gerade in einem Spannungsbogen stehen. Da geht es je nach Thema schon auch darum zu schauen, was kann aktiv gestaltet werden. Wo und wie ist Veränderung möglich. Aber sehr oft geht es zuerst ums Akzeptieren. Zulassen. Aushalten. Und genau daraus darf etwas Neues wachsen. Diese kleinen und grossen Wunder faszinieren mich. In den Spannungsbögen werden Geschichten geschrieben. Bestimmt hast auch du eine zu erzählen.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://neueslied.ch/spannungsboegen-aushalten/">Spannungsbögen aushalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://neueslied.ch">Ursula Blatti</a>.</p>
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		<title>Die Hoffnung stirbt zuletzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Aug 2024 16:08:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ein Stück harte Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Jahreszeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was für ein Frust! Ich traue meinen Augen nicht. Entsetzt entferne ich die Netze. Tatsächlich, nirgends entdecke ich auch nur eine einzige Mirabelle. Keine einzige dieser süssen Früchte ist mehr da. Wie habe ich mich gefreut, als der junge Baum im Frühsommer eine ganze Menge süsser Früchte angehängt hatte. Vor etwa 10 Tagen entdeckte ich...</p>
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<p>Was für ein Frust! Ich traue meinen Augen nicht. Entsetzt entferne ich die Netze. Tatsächlich, nirgends entdecke ich auch nur eine einzige Mirabelle. Keine einzige dieser süssen Früchte ist mehr da. Wie habe ich mich gefreut, als der junge Baum im Frühsommer eine ganze Menge süsser Früchte angehängt hatte. Vor etwa 10 Tagen entdeckte ich dann, dass die Früchte weniger wurden, obwohl sie noch nicht reif waren. Sorgfältig habe ich den ganzen Baum in ein feines Netz eingepackt, damit Vögel keine Chance haben. Und nun das. Keine Spur von Mirabellen. Alle weggefressen. Unter dem Netz. Ich vermute eine Maus, die da unter unserer Terrasse wohnt. Oder vielleicht ist es mittlerweile auch eine ganze Mäusefamilie.</p>



<p>In trotziger Wut sagte ich zu meinem Mann: «Ich höre auf mit Pflanzen und Hegen und Pflegen. Ich kaufe nur noch alles im Laden. Und spare mir eine Menge Arbeit.» Ist doch wahr. Stunden wende ich auf und schneide Bäume, jäte, giesse, bekämpfe Ungeziefer. Und trotzdem geht der Apfelbaum ein. Sind viele Obstblüten im Frühling erfroren. Fällt die Traubenernte wegen Mehltau aus. Fressen die Schnecken Gemüse und Salat. Und die Mäuse den Fenchel. Die Beeren haben Würmer. Und der Fuchs scheisst frech mitten ins Salatbeet. Warum tue ich mir das eigentlich an?</p>



<p>Das frage ich mich echt gerade. Warum tue ich mir diese Arbeit an? Der Einkauf von einwandfreiem Obst, Gemüse und Salat im Laden braucht tatsächlich nur einen Bruchteil der Zeit. Doch beim darüber sinnieren, merke ich: Selber Pflanzen und Ernten hat schon auch seinen Reiz und einen Wert für mich. Etwas mit den Händen erarbeiten. Die Erde fühlen. Und dann voller Freude giftfreie Produkte ernten und geniessen (wenn es denn gibt). Und ich glaube, es ist immer wieder die Hoffnung, die mich treibt. Hoffnung, dass es dieses Jahr klappt. Die Hoffnung, dass ich den Baum mit diesem oder jenem Hausmittel noch retten kann. Hoffnung auf leckere, gesunde Früchte. Hoffnung auf gesundes Wachstum und eine erfolgreiche Ernte. Ohne diese Hoffnung würde ich wohl tatsächlich alles im Laden kaufen.</p>



<p>Genauso ist die Hoffnung auch in unserem Leben ein Motor. Ohne Hoffnung geben wir auf. Sehen wir keinen Sinn auf unserem Weg. Nehmen wir keine Mühe auf uns. Doch wer Hoffnung hat, geht vorwärts. Bleibt dran. Hat ein Ziel. Die Hoffnung ist der Motor, um Schritte zu gehen, damit Veränderung möglich wird. Die Hoffnung treibt dazu, Beziehungen zu klären. Gott zu suchen. Neues zu wagen. Leben mutig zu gestalten. Ein Bäumchen zu pflanzen. Deshalb: Halten wir an der Hoffnung fest! Füttern wir sie! Denn die Hoffnung stirbt zuletzt…</p>
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		<title>Wenn sich die Not der Welt in meinem Herzen niederlässt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Nov 2022 12:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ein Stück harte Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was diese Welt an Not zu bieten hat, ist nicht zu knapp. Und ist nicht gerade der November dafür prädestiniert, all das Schwere zu kumulieren? Das Tageslicht wird ein rarer Artikel. Der lange, harte Winter naht. Und damit droht das Dunkle unser Herz einzuengen. Gedenkt wird am Ewigkeitssonntag den Verstorbenen und Trauernden. Weitere Feiertage stehen...</p>
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<p>Was diese Welt an Not zu bieten hat, ist nicht zu knapp. Und ist nicht gerade der November dafür prädestiniert, all das Schwere zu kumulieren? Das Tageslicht wird ein rarer Artikel. Der lange, harte Winter naht. Und damit droht das Dunkle unser Herz einzuengen. Gedenkt wird am Ewigkeitssonntag den Verstorbenen und Trauernden. Weitere Feiertage stehen auf dem Kalender, denen aber in unserer Gegend nicht wirklich eine Bedeutung zugemessen wird. Je näher wir auf das Weihnachtsfest hinsteuern, desto lauter schreit unser Herz nach dem, was wir vermissen. Verstorbene Menschen. Nähe. Frieden. Gesundheit. Vielleicht auch ein leichtes Leben.</p>



<p>Nachdem sich die Natur im Herbst zu einem regelrechten Feuerwerk aufgebauscht hat, fällt alles in sich zusammen. Und unser Herz ist herausgefordert, den Modus zu wechseln. Von Licht, Leben und Vorwärtsdrängen hin zu still werden. Innehalten. Dunkles wahrnehmen. Ausharren und aushalten. Die Challenge auf Social Media unter dem Hashtag #bewusstnovembern lädt dazu ein, diesen Monat bewusst zu (er)leben und hinzuschauen, statt im Schnelldurchlauf durch diesen Zwischenmonat zwischen Herbst und dem Weihnachtsmonat zu brettern. Das fällt mir gar nicht so leicht. Sind meine Wochen doch einfach bumsvoll. Arbeit bis über die Ohren. Das Herz gefüllt mit Gedanken, Erlebnissen etc., die auf ihre Verarbeitung warten. Und doch merke ich, wie hilfreich dieses Innehalten ist. Das Thema bei dieser Challenge lautet diese Woche: himmelwärts schreien. Und ja, es gibt in der Tat so einiges, was zum Himmel schreit…</p>



<p>Dass sich die Not der ganzen Welt in meinem Herzen niederlässt, ist bei mir ein Dauerthema. Nicht nur im November. Ich gehöre zu den Menschen, die stark mit anderen mitschwingen und mitleiden. Da sammelt sich dann einiges in meinem Weltschmerz-Topf: Das Leid von Menschen, die in ihrer Verzweiflung den todbringenden Weg übers Meer wählen. Krieg. Machtausübung der Grossen dieser Welt. Die grausamen Abgründe, die sich auftun, wenn Mütter ihre Söhne in den Krieg ziehen lassen müssen. Brutalste Regime. Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Daneben Menschen, die gedankenlos ihr Leben leben, als wären sie die Einzigen auf dieser Erde. Und dann sind da auch die vielen ganz persönlichen Schicksale, mitten in meinem Umfeld. Ich könnte so viel aufzählen an Ungerechtigkeit, Leid und Not. Doch viel entscheidender als die Aufzählung ist die Frage: Was mache ich damit? Wie gehe ich damit um?</p>



<p>Ich schreie die Not nicht unbedingt zum Himmel. Jedenfalls nicht so richtiges Schreien. Ist nicht so mein Ding. Eher verstumme ich. Bin sprachlos ab all dieser Not. Weil es keine Worte gibt, die passen. Und doch braucht dieser empfundene Schmerz, manchmal auch Wut, ein Ventil. Dann schreie ich himmelwärts. Im übertragenen Sinn. Eher schreiben als schreien. Fülle mein Tagebuch. Breite meinen Schmerz vor Gott aus. Er hört zu. Oft ganz still. Weil er wohl auch keine Worte hat, die darauf gesagt werden können. Er hält mit mir aus. Da ist er gut darin. Und die Not erhält einen Platz. Der Schmerz wird gehört. Die Wut wird verstanden. Und die Trauer ist zu Hause.</p>



<p>Doch selbstkritisch wie ich bin, frage ich mich: Lässt mich die Not dieser Welt manchmal auch zu sehr verstummen? Alles nach innen austragen? Wann ist es vielleicht auch an der Zeit aufzustehen? Ungerechtigkeit beim Namen zu nennen? Oder Schmerz lautstark hinaus zu schreien?</p>



<p>Diese Fragen nehme ich mit. Gerne würde ich jetzt noch ein paar Strategien anfügen, was helfen kann, damit sich die Not der Welt nicht zu sehr im eigenen Herzen festsetzt. Das ist schliesslich ein Thema, in dem ich voll zu Hause bin… Doch ich tue es nicht. Erst später, in einem zweiten Teil. Denn manchmal ist es einfach dran, den Schmerz über die Not dieser Welt, über Ungerechtigkeit und über persönliche Schicksale zu fühlen. Auszuhalten. Ihm einen Platz zu geben. Wut und Trauer zuzulassen. Und all die Emotionen Gott hinzuhalten. Manchmal ist es dran, himmelwärts zu schreien.</p>
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		<title>Zwischen Mut und Angst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Aug 2022 13:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ein Stück harte Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Ein Stück Himmel]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mut oder Angst? Wenn ich mich entscheiden muss, was mir näher ist, so ist der Fall klar: Die Angst. Ich fühle mich nicht als mutige Frau. Zu viele Ängste begleiten mich. Aber ganz bestimmt habe ich immer mal wieder Mutanfälle. Ich mag es, Neues zu entdecken. Neue Projekte in Angriff zu nehmen. Mich auch mal...</p>
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<p>Mut oder Angst? Wenn ich mich entscheiden muss, was mir näher ist, so ist der Fall klar: Die Angst. Ich fühle mich nicht als mutige Frau. Zu viele Ängste begleiten mich. Aber ganz bestimmt habe ich immer mal wieder Mutanfälle. Ich mag es, Neues zu entdecken. Neue Projekte in Angriff zu nehmen. Mich auch mal aus dem Fenster zu lehnen. Auch wenn die Angst mich dabei begleitet. Wenn ich so darüber nachdenke, stelle ich fest, Angst ist für mich nicht das Gegenteil von Mut. Angst ist eher die hartnäckige Begleitung von Mut. Jedem Mutanfall heftet sie sich hartnäckig an die Fersen. Sie stellt unangenehme Fragen: Was wenn… Hast du daran gedacht… Lehnst du dich nicht zu weit aus dem Fenster… Wenn das nur gut geht… Mut und Angst gehören also irgendwie unzertrennlich zusammen.</p>



<p>Was ist denn wohl das Gegenteil von Mut? Vielleicht Feigheit? Oder Anpassung? Sich gemütlich und langfristig in der Komfortzone niederlassen? Das würde Stillstand bedeuten. Genau… Das Gegenteil von Mut könnte durchaus Stillstand sein. Wage ich nie mutig einen Schritt, bewegt sich nichts. Ich bleibe an Ort und Stelle. Lerne nichts dazu. Entwickle mich nicht weiter. Zwar hat die Angst dann auch weniger zu tun. Aber ist dies wirklich ein Gewinn? Wohl kaum. Ein unglaublich langweiliges Leben würde dabei herausschauen. Definitiv nichts für mich. Also bleibt mir wohl weiterhin keine andere Wahl, als mutige Schritte zu gehen. Mit der Angst im Schlepptau.</p>



<p>Es gibt Situationen, da droht die Angst allen Mut in mir zu ersticken. Da ist es dann auch mal dran, die Angst in Schranken zu weisen. Der Glaube an einen Gott, der stärker ist als alle Angst, hilft mir sehr dabei. Letzthin hat mich in einer herausfordernden Situation ein Vers aus der Bibel besonders ermutigt:</p>



<p>«Denn ich bin der HERR, dein Gott. Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage: Hab keine Angst! Ich helfe dir.» Jes. 41,13</p>



<p>Jeder einzelne Teil dieses Verses hat mir etwas zu sagen:</p>



<p><em>Denn ich bin der HERR, dein Gott…:</em> Wie oft richte ich meinen Blick auf die menschlichen Möglichkeiten und vergesse, dass ich einen Gott habe, der so viel weitersieht als ich. Der so viel grösser ist, als ich mir vorstellen kann. Er hat so viel mehr Möglichkeiten als mein kleiner Verstand.</p>



<p><em>Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage…: </em>Die Vorstellung, dass Gott mich an meiner rechten Hand nimmt, wie ein Vater sein Kind, berührt mich. Das gibt mir sehr viel Sicherheit. Auf den wackeligen Wegen dieser Erde bin ich sicher gehalten. Ich werde geführt. Niemand kann mir etwas anhaben.</p>



<p><em>Hab keine Angst&#8230;</em>: Ich muss mich nicht fürchten. Er ist an meiner Seite, ganz nah. Ich muss mich nicht fürchten vor Herausforderungen. Vor Menschen. Vor Kritik. Vor Ablehnung.</p>



<p><em>Ich helfe dir…</em>: Ich muss es nicht alleine schaffen. Meine Schwäche darf sein. Ich darf loslassen. Überlassen. Es ist dann auch seine Sache, was wird. Ich erfahre Entlastung.</p>



<p>Was für eine entlastende Zusage! Sie entzieht der Angst den Nährboden. Aus Angst werden Zweifel. Und ein Unbehagen. Dies führt zu einem gesunden Mass an Vorsichtigkeit. Aber nicht länger zu Lähmung.</p>



<p>Und nun zu einem ganz persönlichen Mutanfall: Ich habe in den letzten Wochen und Monaten eifrig gearbeitet. An einem Projekt, das mich unglaublich viel Mut kostet. Ich habe mich entschieden, Texte aus den letzten Jahren als Buch zu veröffentlichen. Hier in dieser Blogecke finde ich es ganz gemütlich. Unter meinem Spitznamen «Sula» schreibe ich schon viele Jahre. Es ist meine Komfortzone, ich geniesse eine gewisse Anonymität. Doch immer wieder bin ich darauf angesprochen worden, wann denn nun endlich meine Texte als Buch erscheinen würden. Und ich habe gemerkt: Hey, wenn ich die Möglichkeit habe, noch mehr Menschen zu ermutigen oder einfach nur ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern, dann kann ich mich nicht länger auf diese gemütliche Komfortecke hier beschränken. Dann bin ich gefordert, mutige Schritte zu gehen. Aus der Anonymität des Internets herauszutreten. Dies bedeutet konkret, ein Buch zu drucken, das an meinen Vorträgen und wo auch immer erhältlich ist. Und so habe mich aufgemacht. Mit ganz viel Mut als Zugpferd und ganz viel Angst im Schlepptau. Ich habe eine ganze Menge Texte über mein Leben zwischen Himmel und Erde zusammengestellt. Lustige. Ernste. Himmlische. Irdische. Geschichten aus dem Familienalltag. Aus meinem Erleben mit Gott. Ein bunter Strauss an Gedanken zu allem, was das Leben eben so bietet. Und schon bald ist es soweit… Ich schwanke zwischen Vorfreude und Beklommenheit. Zwischen Mut und Fluchtgedanken. Zwischen Angst und Vertrauen. 😉</p>



<p>Mehr dazu schon ganz bald… Und in der Zwischenzeit buchstabiere ich den Vers aus Jesaja 41,13… Du ja vielleicht auch, in welcher Sache auch immer?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://neueslied.ch/zwischen-mut-und-angst/">Zwischen Mut und Angst</a> erschien zuerst auf <a href="https://neueslied.ch">Ursula Blatti</a>.</p>
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