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	<title>Persönlichkeit Archive - Ursula Blatti</title>
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	<title>Persönlichkeit Archive - Ursula Blatti</title>
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		<title>Verletzlichkeit &#8211; der Schlüssel zu einem erfüllten Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2025 12:20:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verletzlichkeit &#8211; der Schlüssel zu einem erfüllten Leben Meine Quintessenz aus Brené Browns Buch «Verletzlichkeit macht stark» Das Buch ist keine Neuerscheinung, es ist seit mehr als 10 Jahren auf dem Markt. Ich habe es aus dem Regal gezogen, um es erneut zu lesen. Das Buch gehört für mich zur Sorte Bücher, die enorm wertvoll...</p>
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<h2 class="kt-adv-heading1_e18d7c-09 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1_e18d7c-09">Inhalt</h2>


</div></div>

</div></div>


<h2 class="wp-block-heading has--font-size">Verletzlichkeit &#8211; der Schlüssel zu einem erfüllten Leben</h2>



<h3 class="wp-block-heading has--font-size"><strong>Meine Quintessenz aus Brené Browns Buch «Verletzlichkeit macht stark»</strong></h3>



<p><br>Das Buch ist keine Neuerscheinung, es ist seit mehr als 10 Jahren auf dem Markt. Ich habe es aus dem Regal gezogen, um es erneut zu lesen. Das Buch gehört für mich zur Sorte Bücher, die enorm wertvoll und lebensverändernd sind. Der Inhalt ist sowohl für mein Leben als auch für unsere Gesellschaft hoch relevant und aktuell. Es ist ein Buch über unsere Schutzmechanismen. Über Scham und Verletzlichkeit. Brené Brown, amerikanische Bestsellerautorin und Scham-Forscherin, wollte der Frage auf den Grund gehen, wie Leben aus vollem Herzen möglich ist und wurde überrascht, wohin sie diese Frage führte. Ich möchte dir einige zentrale Gedanken daraus mitgeben und dich vor allem «gluschtig» machen, das Buch selbst zu lesen und deinen Umgang mit Verletzlichkeit zu überdenken. Falls du dich das fragst: Der christliche Glaube wird im Buch nicht thematisiert. Doch die Inhalte lassen sich sehr gut ins Grundverständnis einbetten, dass Gott uns auf eine authentische Beziehung hin geschaffen hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wir alle sehnen uns nach Verbundenheit</h3>



<p class="kt-adv-heading1043_c7c6b7-59 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1043_c7c6b7-59">Die Autorin kommt zum Schluss, dass Verbundenheit &#8211; das Erleben von Zugehörigkeit, von emotionaler Nähe &#8211; ein wesentlicher Faktor eines Lebens aus vollem Herzen ausmacht. Und wie entsteht Verbundenheit? Durch das Zulassen von Verletzlichkeit. Doch dabei gibt es einen Haken: Die Scham blockiert immer wieder Verletzlichkeit und schürt dagegen Perfektionismus, Rückzug und Angst.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verletzlichkeit zulassen</h3>



<p>Verletzlichkeit bedeutet, sich emotional zu exponieren. Also ein gewisses Risiko einzugehen und sich emotional zu zeigen. Z.B. gibt eine Führungskraft zu, dass sie die Lösung des Problems nicht kennt und bittet um Unterstützung. Oder meine Freundin erzählt mir von ihren inneren Kämpfen. Eine Nachbarin bittet um Hilfe. Oder ich als Referentin spreche in meinem Referat von schwierigen Erfahrungen. Doch auch die Worte eines Verliebten &#8211; «Ich liebe dich» &#8211; sind ein Ausdruck von Verletzlichkeit. Es gibt keine Garantie, dass die Liebe erwidert wird. Es ist ein Risiko, sich zu zeigen. Ich kann nicht wissen, wie das Gegenüber reagiert. Indem ich offen und ehrlich bin, mache ich mich angreifbar und verwundbar.</p>



<p>Sich verletzlich zu zeigen, braucht Mut. Risikobereitschaft. Offenheit für das, was daraus entsteht. Das Zulassen von Verletzlichkeit ist die Grundlage dafür, dass wir Verbundenheit erleben können. Tiefe Beziehungen entstehen nicht dadurch, dass wir perfekt sind, sondern durch Offenheit und Unvollkommenheit.<br>Damit wir uns verletzlich zeigen können, braucht es Vertrauen ins Gegenüber. Vertrauen entsteht aber, indem wir uns verletzlich machen. Da spüren wir: Es ist eine Gratwanderung. Das herausspüren, wann es dran ist, einen Schritt weiter zu gehen und wann ich mich auch schützen darf und soll. Doch klar ist: Ohne Risikobereitschaft, ohne diesen Schritt zur Komfortzone heraus, entsteht keine Verbundenheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Attacke der Scham</h3>



<p>Spannend finde ich: Jeder schätzt es, wenn sich das Gegenüber verletzlich zeigt. Wenn der Referent in sein Herz blicken lässt. Wenn die Freundin von ihren Nöten erzählt. Aber jeder kämpft damit, sich selber verletzlich zu zeigen. So schnell kommt da die innere Stimme der Scham, die flüstert: «Das kannst du doch nicht sagen, was denken die auch…» oder «Die verstehen das eh nicht…» oder «Was hast du schon zu sagen…». Es kann auch sein, dass ich das Risiko eingegangen bin, mich verletzlich gemacht habe, etwas gesagt oder getan habe, doch es erfolgte keine Reaktion. Oder ich wurde zurückgewiesen. Was geht da innerlich ab? Sind wir nicht sehr schnell dabei, uns in Frage zu stellen? «Du hast zu viel gesagt…» oder «Vielleicht wird das falsch verstanden?» oder «Du musst besser…» usw. In diesen Situationen flüstert uns die Scham sehr schnell ein, dass wir nicht gut genug sind. Dass wir falsch sind. Vielleicht sogar keine Daseinsberechtigung haben.<br>Brené Brown beschreibt die Scham als «das schmerzhafte Gefühl oder die schmerzhafte Erfahrung zu glauben, dass wir fehlerhaft sind und deshalb keine Liebe und Zugehörigkeit verdienen». So ist Scham ein tiefer emotionaler Schmerz, der uns unweigerlich in einen Überlebensmechanismus führt, weit entfernt von einem Leben aus vollem Herzen.<br>Laut Brown können wir Verletzlichkeit nur zulassen, wenn wir die Scham überwinden. Wir können uns nicht vor anderen zeigen, wenn wir Angst davor haben, was sie von uns denken könnten. Oder wenn wir denken, wir sind falsch und nicht gut genug.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kultur des Mangels</h3>



<p>In unserer Gesellschaft leben wir eine Kultur des Mangels. Im «Nie genug»-Modus. Wir sind nie genug erfolgreich, lieb, schön oder sicher genug. Der beste Nährboden für Scham! Unsere Leistungs-Gesellschaft vermittelt, dass wir sind, was wir leisten, was andere über uns denken oder was wir besitzen. Dies treibt uns in ein stetiges Streben nach Mehr, in Perfektionismus und schlussendlich Angst.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schutzschilde gegen Verletzlichkeit</h3>



<p>In ihren Forschungen entdeckte Brené Brown drei Haupt-Schutzschilde gegen Verletzlichkeit:</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schutzschild 1: Seiner Freude nicht trauen.</strong></h4>



<p>Statt dass wir uns von Herzen über etwas freuen, haben wir Angst, dass die Freude nicht hält. Es könnte ja noch etwas geschehen. Es könnte dieses oder jenes Szenario eintreffen. Sich auf das Schlimmste gefasst machen. Denn: Wenn wir der Freude nachgeben, lassen wir Verletzlichkeit zu!<br>Ups, ich finde mich wieder. Nur ja nicht auf den Urlaub freuen, es könnte ja noch etwas dazwischen kommen… Nicht die Genesung von einem Leiden feiern, denn es könnte ja einen Rückfall geben… Mit dieser Haltung raube ich mir ganz viel Freude. Ja, ich fühle mich vielleicht verletzlich, wenn ich mich freue, aber eigentlich ist es das wert.<br><strong>Gegenmittel: </strong>Dankbarkeit. Kleine Augenblicke geniessen. Mir erlauben, Freude zu empfinden, ganz unabhängig davon, was nachher kommt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schutzschild 2: Perfektionismus</strong></h4>



<p>Perfektionismus hat meist das Ziel, Scham und Schmerz zu vermeiden. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es gehe bei Perfektionismus darum, eine Verbesserung zu erreichen oder das Maximum herauszuholen. Doch viel mehr steht im Fokus, Bestätigung zu erhalten und die Kontrolle zu haben. Und da ist ganz viel Angst drin. Angst vor dem Versagen, Angst, nicht den Erwartungen zu entsprechen. So ist Perfektionismus selbstzerstörerisch, denn er stellt stets eine unerreichbare Messlatte auf: Ich kann nicht kontrollieren, wie ich wahrgenommen werde. Merkst du, wie da auch wieder dahintersteht «Ich bin nicht gut genug»?<br>Viele von uns haben gelernt, uns über Leistung Anerkennung zu holen. Diese Muster haben wir uns als Kinder angeeignet, sie erfüllten damals ihren Zweck. Doch nun hindern sie uns daran, Verletzlichkeit zuzulassen und Verbundenheit zu erleben. Übrigens kappt Perfektionismus jegliche Kreativität.<br><strong>Gegenmittel:</strong> Selbstmitgefühl. Mir zusprechen: «Ich bin gut genug. Ich bin wertvoll.» Statt ständig zu überlegen, was die anderen denken. Dies geht aber nur, wenn ich mit mir selbst und meiner Geschichte versöhnt bin. Wenn ich bereit bin, innezuhalten und die Schönheit meiner Kratzer und Risse zu akzeptieren, wie Brown so schön schreibt. Ich bin Mensch, wie alle anderen auch, und ich darf menschlich sein. Und so darf ich freundlicher und sanfter zu mir und anderen werden, statt zu kritisieren und verurteilen. Auf diesem Weg braucht es ein achtsames Hinschauen und Erkennen, was in mir vorgeht. Weisst du was? Ich finde das gar nicht so einfach zu lernen und umzusetzen. Aber glaub wirklich heilsam…</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schutzschild 3: Emotionale Betäubung</strong></h4>



<p>Nicht nur durch das Einnehmen von Substanzen wie Alkohol, Drogen und anderes ist emotionale Betäubung denkbar. Ich denke da auch an Medienkonsum, durch Social Media scrollen, essen, arbeiten, Aktivitäten etc. Der heutige Mensch neigt sehr dazu sich zu betäuben, um dem Gefühl von Instabilität und Unzulänglichkeit zu entkommen. Und um die unangenehmen Gefühle wie Scham, Angst und das Gefühl mangelnder Verbundenheit wegzudrücken. Es mag zwar kurzfristig den Schmerz dämpfen, wenn wir Verletzlichkeit betäuben, doch gedämpft werden auch die anderen Gefühle: Die Fähigkeit Freude, Liebe, Zugehörigkeit, Kreativität und Empathie zu empfinden, schrumpft. Die ungesunden Bewältigungsstrategien bringen uns keinen Schritt weiter auf dem Weg zu einem Leben aus vollem Herzen.<br><strong>Gegenmittel:</strong> Grenzen setzen. Lernen die eigenen Gefühle zu spüren und das Unbehagen emotional schwieriger Situationen auszuhalten. Im Wissen, dass ich genug und wertvoll bin. Grenzen setzen: «Es ist genug». Neue Wege suchen. Die Ängste an der Wurzel packen. Ein Leben in Verbundenheit führen, bedeutet, mir und anderen Grenzen zu setzen.<br>Auch dieser Punkt spricht mich an. Es ist ja nicht so, dass ich mich besaufen würde, um mich zu betäuben. Aber ich entdecke durchaus Muster, mit denen ich unangenehme Gefühle versenke statt auszuhalten. Es geht übrigens nicht darum, was wir tun, sondern warum wir etwas tun. Ich kann z.B. Schoggi mit grossem Vergnügen und Genuss essen oder aber als Versuch mich zu beruhigen, in mich stopfen. Wichtig ist, dass ich bewusst die Absicht hinter meinen Entscheidungen reflektiere. Und überlege, ob mich diese Entscheidungen einem Leben aus tiefstem Herzen näherbringt oder ob ich mich dann nur leer und auf der Suche fühle.<br>Hier kommt für mich auch die Beziehung zu Gott ins Spiel. Ich möchte lernen, diese Situationen wahrzunehmen und das Vakuum, den gefühlten Mangel Gott hinzuhalten. Mit ihm hinzuschauen. Mit ihm auszuhalten. Und so Trost, Halt und auch Perspektive zu erhalten.<br>Im Buch werden noch weitere Schutzschilde geschildert. Doch die drei genannten, sind diejenigen, die laut den Studien der Autorin am meisten verbreitet sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit</h3>



<p class="kt-adv-heading1043_d51cb6-5d wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1043_d51cb6-5d">Das Buch ist ein Aufruf zum echten Leben: Wer sich traut, sein Herz zu zeigen, erlebt tiefe Verbundenheit und Glück. Es lohnt sich, unsere Schutzrüstung abzulegen, uns menschlich zu zeigen. Denn Verletzlichkeit ist keine Schwäche, sondern der Schlüssel zu Mut, Kreativität und einem Leben aus vollem Herzen.</p>



<p><br></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://neueslied.ch/1043-2/">Verletzlichkeit &#8211; der Schlüssel zu einem erfüllten Leben</a> erschien zuerst auf <a href="https://neueslied.ch">Ursula Blatti</a>.</p>
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		<title>Eigenlob stinkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2024 16:19:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mutig, bin ich das? In welcher Situation habe ich den grössten Mut bewiesen? Was ist Mut überhaupt? Immer mal wieder habe ich diesen Fragen nachstudiert. Was mich dazu inspiriert hat, fragst du dich? Ich habe mich herausfordern lassen von Esther Nogler und ihrer Blogparade zum Thema «Da war ich mutig!». Ja, du hast recht, ich...</p>
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<p>Mutig, bin ich das? In welcher Situation habe ich den grössten Mut bewiesen? Was ist Mut überhaupt? Immer mal wieder habe ich diesen Fragen nachstudiert. Was mich dazu inspiriert hat, fragst du dich? Ich habe mich herausfordern lassen von <a href="https://www.blogger.com/#">Esther Nogler und ihrer Blogparade</a> zum Thema «Da war ich mutig!».</p>



<p>Ja, du hast recht, ich habe schon mal einen Blogartikel zu diesem Thema geschrieben. Schon 3 Jahre ist es her. <a href="https://neueslied.ch/automatisch-gespeicherter-entwurf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">«Per Schleudersitz zur Komfortzone raus»</a> lautete der Titel. Ich habe darüber geschrieben, wie Muttersein mich aus der Komfortzone katapultiert. Wie ich über meinen Schatten gesprungen bin und gleichzeitig ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass das Mutigste (und gleichzeitig das Beste), das ich je gemacht habe, das Kinderkriegen war. Aber keine Angst, ich schreibe nicht schon wieder darüber.</p>



<p>Beim Nachdenken kam mir ja schon die eine und andere Situation in den Sinn, in der ich mutig war. Aber einfach so hinstehen&nbsp;und sagen: «Da war ich mutig», das fällt mir gar nicht so leicht. Ich mag das nicht so sehr. Und so bin ich genau an diesem Punkt hängen geblieben. Dieses Thema begegnet mir bei mir selber, aber auch immer wieder in meinem Unterwegssein mit Menschen als psychosoziale Beraterin: Sich selber feiern, Erreichtes feiern – Fehlanzeige. Mir ist total klar, das trifft nicht auf alle Menschen zu. Die Palette geht vom bescheidenen Mauerblümchen bis zum Narzissten, der sich auf den Sockel hievt und der ganzen Welt verkündet, dass er gerade die Menschheit vor dem Untergang gerettet hat. Und ich, ich stehe irgendwo dazwischen, durchaus näher beim Mauerblümchen denn beim Narzissten. Und du?</p>



<p>Was steckt dahinter? Vielleicht innere Sätze wie «Eigenlob stinkt!»? Oder «Bescheiden sein ist eine Zier!»? Was so viel aussagt, dass es einem Menschen ganz gut steht, bescheiden zu sein, sich zurückzuhalten. Tut es das wirklich? Ja, grundsätzlich finde ich schon, dass Bescheidenheit eine hilfreiche Eigenschaft ist. Sie bewahrt vor ständigem Streben nach mehr, nach Anerkennung, nach Besitz. Und bewahrt so vor einer Anspruchshaltung und Unzufriedenheit. Bescheidene Menschen sind in aller Regel zufriedene und angenehme Zeitgenossen. Sie sind genügsam und entspannt unterwegs. Doch Bescheidenheit kann auch im Wege stehen. Sie kann dazu führen, dass wir unser Licht unter den Scheffel stellen. Übersehen werden. Zu kurz kommen. Unser Potenzial nicht entfalten. Uns nicht zeigen. Und schlussendlich stehen bleiben.</p>



<p>Ich bin stark vom Wert Bescheidenheit geprägt worden. Von Generationen, die geleistet haben, ohne dies an die grosse Glocke zu hängen. Von Generationen, die nicht stolz sein durften. Und die sich selber nicht einfach so mal etwas Gutes getan haben. Und genau da liegt wohl ein weiterer Knackpunkt: Erlauben wir uns selber, gut mit uns zu sein? Uns auch mal auf die Schulter zu klopfen? Uns ein Kompliment zu machen? Etwas zu gönnen? Wir dürfen den Mut haben, selbstbewusst hinzustehen und uns zu freuen an dem, was wir können, an dem was wir geleistet haben und an dem, was gelungen ist. Das muss selbstverständlich nicht gleich in Überheblichkeit ausarten. Keine Angst, tut es bei Menschen, die dieses Thema herausfordert, auch nicht. Diese dürfen vielmehr den eigenen Schulter-Klopf-Modus trainieren. Wie das geht? Hier 3 Tipps dazu:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Frage dich: Was ist dir heute gut gelungen? Mache dir ein Kompliment!</li>



<li>Wenn dir jemand ein Kompliment macht: Nimm es an, bedanke dich und freue dich darüber.</li>



<li>Teile deine Freude über etwas, das dir gut gelungen ist, mit jemandem.</li>
</ul>



<p>Mir hilft auf diesem Weg die Zusage von Gott, meinem Schöpfer, dass ich in seinen Augen kostbar und einzigartig bin. Und das Wissen, dass er mit mir feiert, was er an Fähigkeiten, Persönlichkeit und Möglichkeiten in mich gelegt hat. Und wenn er dies tut, dann darf ich das auch! Nach wie vor liebe ich es nicht besonders hinauszustehen und den Blick auf mich zu lenken. Doch seit ich meine Prägung zur Bescheidenheit erkannt habe, bin ich freier in meiner Entscheidung. Ich kann mich bescheiden zurückhalten. Oder ich kann hinstehen und für mich eintreten und damit auch mal nicht bescheiden sein. Ich habe mittlerweile die Wahl.</p>



<p>Um zum Mut zurückzukommen: Ganz besonders mutig finde ich, sich seinen Prägungen, seinen inneren Sätzen zu stellen. Ich habe es in meinem Leben schon oft getan. Und werde es bestimmt noch manches Mal tun. Dich fordere ich heraus: Sei mutig und stell dich deinen Themen und Prägungen. Es lohnt sich! Dann kannst du nämlich frei entscheiden und bist nicht länger deinem Autopilot ausgeliefert. Du brauchst Hilfe dabei? Meine Adresse hast du ja… 😉&nbsp;</p>
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		<title>Zu Grenzen stehen</title>
		<link>https://neueslied.ch/zu-grenzen-stehen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Feb 2023 16:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den nächsten Tagen tritt eine der bekanntesten Politikerinnen der Welt von der Politbühne ab: Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland. Weltweit gilt sie als Vorzeigemodell einer Powerfrau, die Karriere und Familie unter einen Hut bringt. Da tauchte dann auch mal ein Baby in der Uno-Vollversammlung oder im Parlament auf, für die selbstbewusste und empathische Politikerin...</p>
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<p>In den nächsten Tagen tritt eine der bekanntesten Politikerinnen der Welt von der Politbühne ab: Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland. Weltweit gilt sie als Vorzeigemodell einer Powerfrau, die Karriere und Familie unter einen Hut bringt. Da tauchte dann auch mal ein Baby in der Uno-Vollversammlung oder im Parlament auf, für die selbstbewusste und empathische Politikerin die grösste Selbstverständlichkeit der Welt. Für eine ganze Generation junger Frauen war sie Vorbild und Inspiration. Und so oft wurde sie als Beweis herangeführt, dass sich Karriere sehr wohl mit Familiengründung kombinieren lässt.</p>



<p>Auch mich inspiriert Jacinda Ardern. Weniger wegen ihrer Karriere und ihrem Powerfrau-Image. Da lasse ich mich nicht blenden, zu sehr sehe ich hinter die Fassaden von Frauen und Müttern. Nein, vielmehr berührt mich ihre grosse innere Stärke, die sie bewiesen hat, als sie hingestanden ist und unter Tränen ihren Rücktritt verkündet hat: &#8222;Ich weiss, was man für diese Funktion braucht, und ich weiss, dass ich nicht mehr genug im Tank habe. So einfach ist das.&#8220;</p>



<p>Ja, so einfach ist das. Aber es ist alles andere als einfach, die eigenen Ideale über Bord zu werfen und zu sagen: &#8222;Hey, es geht einfach nicht mehr.&#8220; Vielleicht mag es sich als Scheitern anfühlen. Doch nein, das ist es nicht. Wie könnte es ein Scheitern sein, wenn Grenzen erkannt und kommuniziert werden? Wenn gewonnene Einsichten das Leben verändern? Wenn neue Wege klar werden? Wenn das Leben mit einem Rucksack voller Erfahrung weitergeht – in eine neue Richtung?</p>



<p>Genau darin wird mir Jacinda Ardern zum Vorbild: Authentisch hinstehen und Grenzen kommunizieren. Hinstehen und seinen eigenen Weg gehen. Hinstehen und ja, vielleicht auch Menschen enttäuschen. Hinstehen und zu sich stehen.</p>



<p>Genau da bin auch ich immer wieder gefordert, im Kleinen und im Grossen. Wie möchte ich doch am liebsten die Erwartungen aller Mitmenschen erfüllen. Niemanden enttäuschen. Und wie schnell bin ich dabei, meine Grenzen zu überschreiten. Die Starke zu spielen. Einer Perfektion nachzujagen, die ich gar nicht erreichen kann. Doch nein, ich darf mich sein. Echt. Und auch schwach. Ganz besonders bei dem einen Gott, der sagt: <strong>&#8222;Da, wo du schwach bist, da bin ich stark. Da, wo du nicht mehr kannst, da kann ich.&#8220;</strong></p>



<p>Doch ich kann nur zu meinen Grenzen stehen, wenn ich diese auch kenne. Ein gutes Gespür für meinen Energietank ist wichtig. Bin ich mit einem Auto unterwegs, muss ich auch wissen, wie viel Benzin noch im Tank ist. Denn ist dieser überraschend leer, sitze ich ziemlich in der Tinte. Als junge Frau und Mutter hatte ich kein besonders gutes Gespür für meinen Tank, für meine Grenzen und überhaupt für mich selber. Da habe ich dann auch mein &#8222;Auto&#8220; ziemlich an die Wand gefahren. Seither bin ich unterwegs. Schritt für Schritt habe ich gelernt, meine Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren und den Tank im Blick zu haben. Rechtzeitig zu tanken. Auch mal für einen Service anzuhalten. Und eben: Schwach sein zu dürfen. Und das Auto rollt wieder. Meistens jedenfalls. Und wenn mal nicht, darf es auch sein. Ich bin immer noch unterwegs&#8230; lerne dazu&#8230; scheitere, falle auf die Nase und stehe wieder auf&#8230; Und du?</p>



<p>Also haben wir den Mut hinzustehen und dazu zu stehen, wenn der Tank leer ist. Nur dann kann sich nämlich etwas bewegen und verändern&#8230; </p>



<p>Das Bild ist übrigens nicht von heute. Ich habe es im Januar aufgenommen. Aber ich finde, es passt so gut zu diesem Thema… Es geht weder links noch rechts weiter, nur da durch und wenn ich diese Grenze akzeptiere, umfängt mich das Licht.</p>
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		<title>Von jungen und alten Müttern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Nov 2022 12:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin verwirrt. In der Presse steht, dass nun doch keine junge Mutter Bundesrätin wird. Neugierig, wie ich bin, habe ich ihren Jahrgang gegoogelt. Habe ich es doch geahnt: Zwei Jahre älter als ich. Die junge Mutter und junge Anwärterin auf den freiwerdenden Bundesratssitz. Aha. Warum ist sie jung, wenn ich alt bin? Ich bin...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://neueslied.ch/von-jungen-und-alten-muettern/">Von jungen und alten Müttern</a> erschien zuerst auf <a href="https://neueslied.ch">Ursula Blatti</a>.</p>
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<p>Ich bin verwirrt. In der Presse steht, dass nun doch keine junge Mutter Bundesrätin wird. Neugierig, wie ich bin, habe ich ihren Jahrgang gegoogelt. Habe ich es doch geahnt: Zwei Jahre älter als ich. Die junge Mutter und junge Anwärterin auf den freiwerdenden Bundesratssitz. Aha. Warum ist sie jung, wenn ich alt bin? Ich bin uralt. Sonst frag mal unsere Teenager. Ich gehöre sogar noch zu denen, die ihre gesamte Jugendzeit ohne Handy verbracht haben. Unvorstellbar. Und zu denen, die im Winter auf dem Plumpsklo festgefroren sind und in einer kaufmännischen Ausbildung erstmal lernen mussten, mit welchem Knopf der Computer – eine tischfüllende Kiste – gestartet werden konnte. Wenn ich meinen Nachwuchs höre, so habe ich keine Ahnung von der heutigen Zeit und vom Leben überhaupt. Tatsächlich, wenn ich in unseren Hochzeitsfotos grabe, schwant mir, dass sie recht haben könnten. Das ist seeehr lange her. Und wenn mir dann auffällt, dass meine Mutter auf den Fotos nur wenige Jahre älter ist als ich heute, ehm… ja, dann bin ich wohl wirklich alt. Ich hatte nämlich damals das Gefühl, dass sie das auch ist. Kürzlich ist unsere Tochter 18 Jahre alte geworden. Noch so ein Beweis für mein Alter. Ich habe jetzt eine erwachsene Tochter. Krass. Dann muss ich also doch schon ganz schön in die Jahre gekommen sein. Zumindest was die Abnutzungserscheinungen angeht auf jeden Fall schon. Schliesslich geht es nicht spurlos an einem vorbei, zwei Kinder grosszuziehen…</p>



<p>Nun zurück zu dieser jungen Politikerin, die zwei Jahre älter ist als ich. Und angeblich zwei kleine Kinder hat, die so klein aber auch wieder nicht sind. Es mag sein, dass sie neben den meisten angegrauten Vertretern unserer Landesregierung schon so etwas wie ein Jungspund ist. Haben doch die meisten längst die Opa- und Oma-Sphären erreicht. Wie kommt es aber nun, dass die eine Frau um die 40 als jung bezeichnet wird, während die andere schon uralt ist? Da gibt es nur eine Antwort: Es ist eine Frage der Perspektive. Alter scheint keine absolute Grösse zu sein. Sondern individuelle Wahrnehmung. Wohl auch im Vergleich zur eigenen Lebenssituation. Und die kleine Episode zeigt mir einmal mehr: Es ist egal, wie alt du wahrgenommen wirst. Wie alt du dich fühlst. Ob du von heute oder von gestern bist. Entscheidend ist nur, dass du das, was du hast, lebst und füllst. Und die Möglichkeiten nutzt, die dir geschenkt sind. Egal, ob es viele oder wenige sind.</p>



<p>So geniesse ich die neuen Freiheiten, die sich mit grossen Kindern auftun. Keinen Moment möchte ich zurück. Ich bin glücklich darüber, früh Kinder bekommen zu haben. Es war eine gute Zeit. Doch jetzt geniesse ich es, aus dieser Kinder-Phase raus zu sein und so viele neue Möglichkeiten zu haben. Ich darf meinem Herzen folgen und mich in andere Menschen investieren. Menschen dabei unterstützen, ihren Lebensentwurf aktiv zu gestalten. Ich darf Menschen aufblühen sehen. Und dabei meine Begabungen einsetzen. Ich fühle mich nicht alt. Aber auch nicht jung. Ich fühle mich einfach grad so, wie ich bin. Und es ist gut so.</p>
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		<title>Per Schleudersitz zur Komfortzone raus</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2021 14:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wann hast du zum letzten Mal so richtig Mut gebraucht? Die unterschiedlichsten Dinge können uns ganz viel Mut abverlangen. Beim Nachbarn klingeln. Einen lange vor sich hin geschobenen Anruf tätigen. Am Morgen aufstehen. Einen neuen Job annehmen. Sich öffnen und persönliche Dinge preisgeben. Kinder bekommen. Beichten. Oder was auch immer… Ich habe so richtig Mut...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://neueslied.ch/per-schleudersitz-zur-komfortzone-raus/">Per Schleudersitz zur Komfortzone raus</a> erschien zuerst auf <a href="https://neueslied.ch">Ursula Blatti</a>.</p>
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<p>Wann hast du zum letzten Mal so richtig Mut gebraucht? Die unterschiedlichsten Dinge können uns ganz viel Mut abverlangen. Beim Nachbarn klingeln. Einen lange vor sich hin geschobenen Anruf tätigen. Am Morgen aufstehen. Einen neuen Job annehmen. Sich öffnen und persönliche Dinge preisgeben. Kinder bekommen. Beichten. Oder was auch immer…</p>



<p>Ich habe so richtig Mut bewiesen. Und nun bin ich stolz, dass ich es geschafft habe. Mich überwunden zu haben, hinterlässt ein gutes Gefühl. Aber beginnen wir von vorne: Es ist ja schon nur mutig, Mutter zu werden. Mit keinem Gedanken konnte ich ahnen, wie viel Mut dieses Würmchen in meinem Arm mir noch abverlangen würde. Und wie oft ich meine Grenzzäune noch mal würde weiter stecken können. Zu Beginn kriechst du mit deinen Kids im Sandkasten rum. Du rutschst eine Rutsche hinab. Und du nimmst dein altes Velo wieder aus dem Keller. Im Winter rumpelst du mit Schlitten oder anderen geeigneten Flugobjekten den Schneehang hinunter. Alles noch relativ harmlos. Aber wenn du Teenager hast… oha… da wird dir ganz schön viel abverlangt. Da sind es dann so Dreiräder-Maschinen mit denen du in halsbrecherischer Manier eine Rumpelpiste den Berg hinunter bretterst. Oder beim Ski fahren stehst du mit angstvoll aufgerissenen Augen oben an der roten Piste, vom Rest der Familie siehst du nur noch eine Staubwolke. Seilpark und Riesentrampoline stehen auf dem Ausflugsprogramm. Die meisten Aktivitäten werden begleitet von lauter Musik, die deinen Herzschlag durcheinanderbringt, als wäre da dein Herzschrittmacher direkt an der Musikbox eingestöpselt.</p>



<p>Meine Grosse hat eine taffe Leidenschaft: Klettern und Bouldern. Auch meine Männer sind angetan. Ich unterstütze das Ganze, so lange es im sicheren Rahmen einer Halle stattfindet. Und solange ich gemütlich in der passiven Rolle bleiben kann. Schön in meiner Komfortzone. Nun haben wir aber letzthin ein Familienpicknick unternommen. Unweit von hier hat es tolle Felsen mit Kletterhaken. Es sind nicht so richtig hohe Berge, es kann dir also kaum ein Stein auf den Kopf fallen. Immerhin. Aber klettern kann man da gut. Ideal für Einsteiger. Naja, ich fasse mich kurz: Jeder kam dran. Auch ich fand mich wenig später mit Herzflattern angeseilt im Felsen wieder. Es kostete mich viel Überwindung. Gleichzeitig ging ein Kindheitstraum von mir in Erfüllung. Diese Möglichkeit hatte ich leider als Teenager nie. Deshalb habe ich mir gut zugeredet: «Komm schon, mach das, überwinde dich. Du hättest es geliebt damals. Jetzt hast du die Möglichkeit.» Rauf war nicht das Hauptproblem. Da schaute ich ja auch nur nach oben. Aber oben angekommen – was nun? Ich habe gejammert und die Hände verworfen. Und ich wollte aus dem Klettergurt aussteigen und auf der anderen weniger steilen Seite ungesichert hinunterklettern. Doch es half nichts. Ich musste mich voll ins Seil hängen. Ganz «relaxt zurücklehnen und hinunter spazieren», wie meine Tochter mich coachte. Boah, krasses Pferd… sich einfach reinhängen und vertrauen, dass Töchterchen die Sicherung im Griff hat… Doch tatsächlich: Je relaxter ich mich ins Seil lehnte, desto besser gelang der Abstieg. Unten angekommen freute ich mich so darüber, dass ich es geschafft hatte. Dass es mir gelungen ist, mich zu überwinden. Und dass ich noch lebte. 😊 Ein richtiges Erfolgserlebnis.</p>



<p>Wie oft ist es im Leben am einfachsten, es sich in der Komfortzone gemütlich zu machen. Da lässt es sich gut leben. Doch da verpasst man ganz schön viel! Ich hätte diese intensiven Emotionen nicht erlebt. Diese Erfahrung stärkte mein Vertrauen in meine Fähigkeiten. Erweiterte meine Grenzen. Und ich erlebte Selbstwirksamkeit. In der Komfortzone ist Weiterentwicklung unmöglich. Da wo wir uns in die Lernzone vorwagen – und es ist oft wirklich ein Wagnis – da geschieht etwas. Die Lernzone wird nicht umsonst auch Wachstumszone genannt. Sie birgt ein gewisses Risiko. Etwas kann uns auch überfordern. Doch wenn die Herausforderung gemeistert wird, wachsen wir durch neue die neue Erfahrung und erweitern schlussendlich auch unsere Komfortzone.</p>



<p>Es gibt auch noch die dritte Zone: Die Panikzone. Hier ist es aber dann wirklich ungemütlich. Ich erlebte diese auch kurz: Ganz dumm, wenn du im steilsten Stück Felsen hängst und denkst: «Wenn das Seil jetzt reist, dann bin ich weg.» Es gibt keinen dümmeren Zeitpunkt, sich dies zu überlegen. Das habe ich mir dann auch gesagt. Und bin aus der Panikzone zurück in die Lernzone gekraxelt. Wie gut, dass ich die Möglichkeit habe, meine Gedanken zu steuern und zu sagen: «Sula, so ein Scheiss. Hör auf, das ist ein dummer Zeitpunkt dazu. Das Seil wird halten.»</p>



<p>Zurück zu den Teenagern. Sie spedieren ihre Mütter per Schleudersitz ständig zur Komfortzone raus. Das ist auch gut so und hält frisch. Und doch gibt es da auch Tage, da ist dann meine Antwort: «Hey Leute, das ist mir jetzt echt zu viel, heute bleibe ich gemütlich in meiner Komfortzone.»</p>
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